Windhagen Initiative Nahverkehr

W.I.N.

Öffentlicher Nahverkehr in Windhagen, ebenso Orscheid, Rottbitze, Aegidienberg und Umgebung

Die Verbandsgemeinde Asbach mit Windhagen ist dem VRS angegliedert. Der VRS bietet beispielsweise für Senioren ab 60 eine Zeitkarte im Abonnement, die zu einem Monatspreis von 59,00 Euro täglich das Gebiet Windhagen und Bad Honnef abdeckt (Bad Honnef alleine 44,20 Euro), an Wochenenden aber inbegriffen das erweiterte VRS-Netz beispielsweise von Blankenheim bis Wipperfürth, ein echtes Schnäppchen. Die Karte darf jederzeit an einen anderen Senior ab 60 verliehen werden. Abends und an Wochenenden kann eine zweite Person (ohne Altersgrenze) und ein Fahrrad mitgenommen werden, und es gibt auch Regelungen für die kostenlose Mitnahme von Kindern je nach Zeit und Alter. Praktisch eine Familienlösung für wahlweise Oma oder Opa, die kleinen Enkel und den Sonntagsausflug mit einer erwachsenen Begleitperson oder dem Fahrrad.
Wer kein Senior ist, kann täglich ab 9:00 Uhr eine Monatskarte zwischen 61,40 (VG Asbach und Bad Honnef; Bad Honnef alleine 45,90 Euro) und 124,00 Euro (Gesamtnetz) nutzen, die dann aber auch am Wochenende nur in dem Gebiet gilt, für das sie ausgestellt ist. Auch dieses Ticket kann verliehen werden.
Noch ein Knüller ist, daß man bei den Zeitkarten für 3,80 Euro pro Richtung ein Zusatzticket lösen kann, mit dem man eine Fahrt über die Grenzen seines eigenen Tickets hinaus unternehmen darf. Auch die Fahrer von Martin Becker geben dieses aus (ebenso, wie sie anstandslos das Handy-Ticket akzeptieren), man braucht sich zumindest bei der Abfahrt nicht mit störrischen Automaten oder wackeligen Smartphone-Verbindungen abzugeben oder  gar an der Gebietsgrenze aussteigen und eines zu lösen. Nützlich für den, der am Werktag einen Termin etwa in Neuwied oder Solingen hat, selbst wenn die Zeitkarte nur zwischen Asbach und Bad Honnef ausgestellt ist. Die vorgenannten Preise gelten ab 1.1.2019. Der VRS hat sie um ca. vier Prozent erhöht und eine weitere, versteckte Preiserhöhung liegt darin, daß die Vierertickets jetzt keinen Rabatt mehr beinhalten. Dafür ist der Rabatt für das Handyticket von 3 auf mindestens 5 Prozent gestiegen, bei Einzeltickets sogar auf 10 Prozent.

Wer keine häufigen Fahrten über das gesamte Jahr hat, für den ist das Handyticket rentabler als ein Jahresabo und auch hier spart man es sich, z.B. am Fahrkartenautomat anzustehen, wenn schon die Bahn einläuft. Ich rate wegen eines Programmfehlers, sich die App von Handyticket zusätzlich herunterzuladen, nicht die Tickets aus der App von VRSinfo zu buchen.

Edit 10.1.2019: Der VRS trennt sich zum 31.3.2019 vom Handyticket-System und bietet als App eine Insel-Lösung an, wie mir auch Handyticket Deutschland (HanseCom Public Transport) bestätigt. Es wird zu prüfen sein, ob man sich die Alternative installieren möchte (Handyticket ermöglichte das Fahren auch in vielen anderen Bundesländern) oder ob die DB-App für Android vorteilhafter ist und ob dieselbe überhaupt noch für Fahrten im VRS gültig sein wird.
Von der DB, genau gesagt ihrem "Reiseportal" habe ich am 12.1. eine Auskunft erhalten: "
Über den DB Navigator sind Tickets für mehrere Verkehrsverbünde buchbar. Dazu gehört auch der Verbund VRS.
Diese Tickets werden in Kooperation mit der Deutschen Bahn bereitgestellt und gelten zum unmittelbaren Fahrtantritt.
Wir werden in unserer App auch in Zukunft Tickets für Verkehrsverbünde anbieten".
Bemerkung: Bitte, verlassen Sie sich nicht aufgrund meiner Homepage auf diese Auskunft. Einerseits bin ich nicht autorisiert, für die Bahn zu sprechen, wie denn auch. Andererseits ist die Auskunft recht allgemein gehalten. Es stand nirgends etwas drin wie "Ja, uns ist bekannt, dass der VRS den Provider für die Buchung über ein Smartphone mit Ablauf des 31.3.2019 wechselt und wir haben bereits sichergestellt, dass wir als DB den Nutzern des VRS ab 1.4.2019 die Abrechnung mit neuem Provider anbieten können (oder gar nicht von der Änderung berührt werden), ohne daß die Kunden des DB-Navigators sich irgendwo neu registrieren müssten". Fragen Sie für sich selber nach oder probieren Sie's ab 1.4. rechtzeitig aus, sodass Sie ggf. Ihre Fahrkarte auch am Automaten lösen könnten.

Freilich wird das Handyticket nach Lust und Laune angelernter Kontrolleure schon mal nicht anerkannt, wie ein Bericht im Bonner General-Anzeiger vom 30.7.2018 erwähnt. Hier wurden dem Fahrgast aufgrund einer frei erfundenen "2-Minuten-Frist" sechzig Euro abgenommen, wobei die Zeitung, bar jeder Ahnung, auch noch von einem "Bußgeldverfahren" schreibt, als hätten die martialischen Trupps irgend welche behördlichen Befugnisse. Das Verkehrsunternehmen hat das als "Einzelfall" abgetan. "Einzelfall" ist daran wohl nur, daß dieser Fahrgast es mit seiner Schilderung bis in die Presse geschafft hat und die Bonner SWB dieses eine Mal zur Reaktion gezwungen hat; laut dem Artikel hat der Kunde auf direkten Widerspruch nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen. Die Taktik "totlaufen lassen und ableugnen" ist bei öffentlichen Verkehrsunternehmen ja nicht unbekannt und in meiner Seite auf diesem Blog "Die Phantom-Garantie" exemplarisch beschrieben und belegt (betrifft nicht SWB).

Um den Fahrschein komfortabel von zu Hause aus per Handyticket zu buchen, muss man beachten, daß ein Einzelfahrschein bei den höheren Preisstufen "nur" 6 Stunden gültig ist. Rund-, Rück- und Umwegfahrten sind auch hier verboten, es sei denn bei Tagestickets, aber Fahrtunterbrechungen innerhalb der Stunden der Gültigkeitsdauer sind zulässig.

Bucht man das Handy-Ticket mit dem DB-Navigator der Deutschen Bahn, der Auskunft und Zahlung  (auch für den VRS-Tarif) in einer App vereint, bekommt man auch aktuellste Nachrichten über Störungen und Verspätungen zu seiner Verbindung. Nicht ganz betriebssicher ist er derzeit sogar noch für Windows Phone erhältlich.

Die Nabelschnur zur Welt ist für mich der Bahnhof Bad Honnef mit halbstündigen Regionalbahnen in Richtung Köln bzw, Koblenz und nach Bonn die danebenliegende Endstation der Stadtbahn 66 mit Abfahrten alle 20-30 Minuten.

So weit, so gut, aber wie zum nächsten Bahnhof kommen?

  • Auto: es gibt immer freie, kostenlose Parkplätze um den Bahnhof in Bad Honnef als auch am Endpunkt der Stadtbahn.
  • Taxi: die Fahrt zwischen Windhagen-Ortszentrum und Bahnhof Bad Honnef kostet zur Zeit ca. 31,50 Euro.
  • Im VRS die Buslinie 562: nach Bad Honnef generell im Zweistunden-Rhythmus zwischen Windhagen und Bad Honnef. Nach Asbach an Werktagen mo-fr ebenfalls 2-stündig, sowie fünf Fahrten samstags und drei Fahrten sonntags. Mittags gibt es mehr Fahrten im Schülerverkehr, aber die Busse sind reguläre Linienbusse mit Nummer, die von jedermann benutzt werden können (FAQ der Firma Becker), mit Ausnahme eines dezidierten Schulbuslaufes in Aegidienberg zur Theodor-Weinz-Schule. 
  • Die Buslinie 562 wird an Werktagen ergänzt durch die Buslinie 560 Bad Honnef-Oberpleis, die ebenfalls 2-stündig fährt, aber in den Abfahrtszeiten dazwischen. Leider nur an Werktagen mo-fr. und in meiner Richtung nur bis Himberg.
  • Spätabends, an Wochenenden auch tagsüber gibt es das Anruf-Sammel-Taxi innerhalb der Stadtgrenzen (also bis Rottbitze) zu 4,00 bzw. nach Windhagen zu 5,30 Euro je Fahrt, als Zusatz zu einem Ticket im VRS nur 3.00 bzw. 4,00 Euro. Man findet es in den Unterlagen des VRS unter Linien-Nummer 586 . Es fährt an Werktagen nicht vor 20:00 Uhr, am Wochenende tagsüber alle zwei Stunden von Bad Honnef nach Windhagen, von Windhagen nach Bad Honnef jede Stunde. Bis 12.12.2017 war die Abfahrt des AST vom Bahnhof Bad Honnef in Richtung Windhagen am Wochenende immer zwischen den Bus-Abfahrten terminiert, sodaß sich kombiniert ein Stundenrhythmus ergab. Danach wurden die Abfahrtszeiten der Buslinie 562 geändert, sodass sich beispielsweise für einen Sonntagnachmittag folgender Plan ergab:
    562 15:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 16:55 Uhr
    ---> 40 Minuten Zwischenraum
    562 17:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 18:55 Uhr
    ---> 40 Minuten Zwischenraum
    562 19:35 Uhr
    ---> 80 Minuten Zwischenraum
    AST 20:55 Uhr
    usw.
    Es versteht sich, daß das AST zumindest in Richtung Windhagen an Bedeutung verloren hat. 1 Stunde 20 Minuten am zugigen Bahnhof Bad Honnef sind zu lange.
  • In Windhagen verkehren montags bis freitags morgens bzw. mittags in oder von Richtung Süden noch die VRM-Buslinien 135 (3x täglich, d.h. morgens Abfahrt, mittags zwei Rückfahrten) und 139 (4x täglich).
  • Es gibt engagierte Aktivitäten, um einen Bürgerbus sowie einen ehrenamtlichen Fahrdienst für Bedürftige mit Fahrzeugen der Verbandsgemeinde oder der Bürgerstiftung Windhagen zu ermöglichen. Ein weiteres Angebot ist die „Jugend-Taxi-Card“ der Verbandsgemeinde Asbach, mit der Jugendliche zu günstigen Konditionen fahren können.
  • Der Bürgerbus wird von einem privatwirtschaftlichem Einzelunternehmen, Dr. Holger Jansen in Berlin mit Ralph Hinz aus Langenlonsheim, freiem Mitarbeiter seiner Medienagentur kompendium-pr.de, vorangetrieben. O-Ton auf ww.buergerbus-rlp.de, einer Homepage der Firma Holger Jansen und nicht zu verwechseln mit einer Unterseite der Website des Landes Rheinland-Pfalz, www.rlp.de: "Die Fahrer helfen beim Ein- und Aussteigen und tragen bei Bedarf auch den Einkauf in die Wohnung". Auf der Homepage der Gemeinde Langenlonsheim kann man lesen, wie gut das in einem bereits laufenden Projekt funktioniert. Diese soziale Initiative ist löblich, kann aber kein Ersatz für den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel zur allmählichen Ablösung eines Teils des Autoverkehrs sein - schon, weil der Bürgerbus am Tag vorher bestellt werden muss und nur für Ziele in der Verbandsgemeinde Asbach gilt. Wer bisher die fünf Kilometer von Windhagen-Rederscheid zu seinem Zahnarzt in Aegidienberg gefahren ist, müsste sich jetzt z.B. einen Zahnarzt im 14km entfernten Asbach suchen. Notwendig ist die Fortschreibung des Öffentlichen Nahverkehrs im Verkehrsverbund Rhein-Sieg, somit auch in der Verbandsgemeinde Asbach, an die sich wandelnden Verhältnisse, z.B. Taktverdichtung und Tarifpolitik (einem Termin in mein Rathaus zu folgen, kostet mich 9,60 Euro, laufende Kosten mit dem Auto um 4,80 Euro), Fahrzeitverkürzungen (24 Minuten für 2500 Meter Luftlinie in den Nachbarort Rottbitze).

Eine Wartezeit von z.B. einer halben Stunde kann gut ausgenützt werden, da man ohne Auto seine Einkäufe, Arzt- und ggf. Bankbesuche zusammenlegen wird. Ein Discounter ist fünf Fußminuten vom Bahnhof Bad Honnef entfernt, mit einer Bushaltestelle für die Weiterfahrt genau gegenüber. Eine Stunde reicht für den Fußweg von Aegidienberg-Mitte am Geldautomaten vorbei zu den Discountern in Rottbitze. Wiederholte und stundenlange Umsteige- oder Wartezeiten, vor allem im Winter, sind jedoch nicht zumutbar.
Fall aus der Praxis: mein Zahnarzt ist im Nachbardorf Aegidienberg. Geplant war eine Zahnbehandlung im Sommer, wo mir auf den 6,5km Fahrradfahrt höchstens ein warmer Sommerregen passieren konnte und dagegen gibt's Umhänge, aber eine vereiterte Zahnwurzel im Dezember machte mir einen Strich durch die Rechnung. Wenn ich einen Termin um 11:20 Uhr habe, muss ich mit dem Bus um 9:05 Uhr ab Windhagen hinfahren, komme um 9:40 an, muss anderthalb Stunden irgendwo warten, und wenn ich dann um 12:20 Uhr mit gezogenem Zahn wieder herauskomme (wegen der Betäubung etc. verbietet es sich sowieso, ein eigenes Fahrzeug zu benutzen), kann ich mit dem Bus ab 13:47 Uhr heimfahren und bin um 14:20 nach gut vier Stunden Fahr- und Wartezeiten wieder zuhause.
Habe ich einen Termin 12 Straßen-Kilometer entfernt in meinem Rathaus in Asbach um 11:00 Uhr, so zeigt mir VRS-Info als Verbindung an: Abfahrt mit Bus 562 um 8:46 Uhr, Ankunft um 9:07, Wartezeit knapp 2 Stunden, Rückfahrt 12:41 Uhr, Ankunft in Windhagen 13:05 Uhr, Dauer 4 Std. 19 Minuten, Fahrtkosten gesamt 9,80 Euro. (Und dabei hätte ich noch Glück gehabt. Ich wurde einmal als Zeuge im Verfahren gegen einen ehemaligen Hausbewohner wegen der Unterschlagung eines Motorrades in meine zuständige Polizeidienststelle vorgeladen - nach Straßenhaus, eine halbe Autostunde die A3 entfernt, mit Bus und Bahn für einen Windhagener nicht ohne Zwischenübernachtung zu erreichen).

Ich bin lebenslang ein Fan des Öffentlichen Nahverkehrs gewesen, ob ich mit meiner damaligen Frau in Florenz die Stadtrundfahrten mit den öffentlichen Bussen unternommen oder meinen "Urlaub" in Westerwald, Bergischem Land und Eifel per traumhaft schönen Bus-Touren mit meiner Netzkarte betrieben habe. Es hat Spaß gemacht, Touren über kleine Straßen auszutüfteln, von Asbach durch Mehren bis Altenkirchen oder die tolle Schienenstrecke zwischen Au und Altenkirchen mit Haltepunkt mitten im Wald in Seelbach-Marienthal mit seinem Kloster und den Gaststätten. Hübsche Tipps hat z.B. der Bonner-General-Anzeiger in einem Artikel vom 23.7.2018 "Tour zu vier Grenzorten des Rhein-Sieg-Kreises" gegeben.
Aber dieser Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV ist für mich unterblieben, seitdem viele Busse des Unternehmens Martin Becker mit Reklame zugepflastert sind, sodaß man nicht mehr nach draußen sehen kann:

Buslinie 562 (Martin Becker) 26.12.2015

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